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Digitalisierung auf 4 Rädern – unglaublich, was ein Auto inzwischen kann, aber ist das wirklich gut?

Endlich ist es da, das neue Auto mit den vielen technischen Features

Die Bestellung ist schon aufregend. Was soll alles ausgewählt werden? Der Konfigurator hat so viele Möglichkeiten und die technischen Assistenzsysteme sind ja seit dem letzten Autokauf unglaublich erweitert worden. IntelliSafe-Paket, Licht-Paket, Parkassistenz-Paket usw. – da schlägt das Herz höher. Dann ist es endlich soweit –  das neue Auto ist endlich da! Die Übergabe ist gepaart mit einer intensiven Einweisung in die technischen Details. Eigentlich gar nicht so schlimm, die Menüführung funktioniert wie beim Handy und über eine App können per Fingerdruck einfach und schnell Einstellungen vorgenommen werden. Dann endlich ab auf die Straße.

Ausprobieren, staunen, genießen – nutzen?

Die ersten Fahrten sind geprägt von Ausprobieren. Es macht so viel Spass, die vielen neuen Optionen zu testen. Dann kommt der Alltag und es ist wie immer, nur ein Teil der umfangreichen technischen Möglichkeiten wird laufend genutzt. So viel Potential wird mal wieder verschenkt und einige Investitionen werden nicht mehr genutzt. Dennoch sind die Vorteile spürbar, insbesondere bei langen Fahrten, oder auch im Stadtverkehr sinkt der Stresslevel deutlich. Das neue Auto, bzw. die neue Technologie agiert viel ruhiger und vorausschauender. Durch die digitale Steuerung wird bremsen und beschleunigen viel geschmeidiger, die Fahrt sicherer und zudem auch deutlich ökonomischer. Auch das teilautonome Fahren bringt Entspannung und Gelassenheit. Steigt also mit zunehmender Digitalisierung der persönliche Luxus?

Die Vorteile liegen auf der Hand, aber…

Durch die neuen Möglichkeiten kommen auch neue Fragen: Wird das Auto rechtzeitig bremsen? Hält es sicher die Spur? Werde ich rechtzeitig gewarnt, wenn der Abstand zu gering ist? Werden die Verkehrsschilder richtig gelesen? Die viele Fragen basieren auf persönlich fehlenden Erfahrungen, verbunden mit der Angst vor dem Risiko.  Ja die Assistenz-Technik funktioniert sehr zuverlässig, allerdings muss der Fahrer seine Gewohnheiten ändern, seine Routine verlassen und auf die Technik vertrauen bzw. diese zumindest zulassen. Ständiges eingreifen war bisher doch normal. Ist die Umstellung im neuen Auto etwa auch ein Change- bzw. Transformationsprozess?

Reden wir nur von Autos – oder vom Business?

Neue Technologie übernimmt emotionslos Entscheidungen nach einem einfachen wenn-dann-Prinzip. Wenn dies in einem lernenden System, wie z. B. der künstlichen Intelligenz geschieht, wird die Entscheidungsgenauigkeit mit wachsender Datenlage immer besser. Es ist aber nicht damit getan, sich nur auf technische Systeme zu verlassen. Der Mensch steuert diese Systeme. Es gilt dabei technische und menschliche Ressourcen fein abgestimmt zu kombinieren. Der Mensch darf die Technik nutzen und nicht umgekehrt. Die Möglichkeiten sind groß und werden täglich noch umfangreicher. Die Kunst liegt also in der Auswahl: was hilft konkret weiter und stiftet Nutzen, also in der Frage: was zahlt auf die Zukunftsfähigkeit meines Unternehmens ein?

Die vielen digitalen Helferlein im Alltag – Chance oder doch Risiko?

Selbsteinparkende Autos nutzen Parklücken, die wir selbst nie ausprobiert hätten. Somit können vorhandene Ressourcen optimal genutzt werden. Die Basis dafür sind die Fakten, also das konkrete Ausmessen der Parklücke, nicht die persönliche Einschätzung nur aus dem Bauch heraus, aus einem ggf. schlechten Blickwinkel. Aber Achtung, wir sollten uns nicht ausschließlich auf die Technik verlassen, oder uns gar von dieser ablenken lassen. Immer wieder kommen neue, unerwartete Situationen und genau hier sind unsere Entscheidungen notwendig. Hinzu kommt, dass der Fahrer das Ziel, die Route und den Zeitpunkt bestimmt. Nur so kommen wir am gewünschten Zielpunkt an. Das gilt analog in Unternehmen. Der Einsatz von neuen Technologien ist eine hilfreiche Basis für Entscheidungen, ersetzt aber nicht ein zukunftsfokussiertes Management.

Fazit

Neue technologische Feature machen Spass und bieten zusätzliche spannenden Möglichkeiten. Sie nehmen den Menschen und insbesondere das Management aber nicht aus der Verantwortung, ganz im Gegenteil. Die Verantwortung für den zielgerichteten Einsatz der Tools wächst sogar. Dafür sind neue Steuerungs- und Management-Skills notwendig. Wer sich aber darauf einlässt, kann die Zukunft gestalten und das bestimmt sogar entspannter und „smoother“.

Feedback, Anregungen, eigene Erfahrungen

Wir freuen uns, wenn Ihnen diese Geschichte gefallen hat und sie für Ihre Veränderungs-Prozesse Bestätigung oder neue Erkenntnisse gewonnen haben. Wir freuen uns auch, wenn Sie diese Geschichte in ihrem beruflichen Umfeld weiter verwenden und ganz besonders freuen wir uns, wenn Sie dabei auf die Quelle hinweisen. So kann ein vernetzter Dialog mit Change- und Transformation-Spezialisten entstehen.

Robert Müller

walter.leibundgut@transformconsult.ch

Walter Leibundgut

Robert MüllerDigitalisierung auf 4 Rädern – unglaublich, was ein Auto inzwischen kann, aber ist das wirklich gut?